Festschrift 70 Jahre ABK
Der ABK 54 feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Die Geschichte des ABK 54 Ahrbrück ist eng mit Geschichte und Entwicklung der Orte Kesseling, Lind, Brück, Pützfeld und
Ahrbrück (ehemals Denn) verbunden. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen haben sich stets auch auf den Verein bezogen auf seine Strukturen und sein Vereinsleben ausgewirkt. Die
Entwicklung vom reinen Fußballverein zu einem Verein, der neben Fußball auch Breitensport und spezielle Sportarten anbietet, soll in dieser Festschrift dargestellt werden.
Für die Gemeinden an der Ahr waren die 1950-er Jahre eine Zeit des Aufbruchs. Teile des ehemaligen Luftwaffenübungsplatzes wurden wieder besiedelt und es entstanden, im Zuge des
Siedlungsprojekts Ahrbrück, Heimstätten für 70 Familien aus Ost- und Westpreußen, die 1950 hier eintrafen. In einem Jugendwohnheim der Schutzgemeinschaft deutscher Wald lebten zudem 60 Jugendliche
aus den ehemaligen Ostgebieten und der DDR, die man hier untergebracht hatte und in der Forstwirtschaft einsetzte. Die unterschiedlichen landsmannschaftlichen, konfessionellen und politischen
Prägungen und Interessen zu einer Gemeinschaft werden zu lassen, waren auch damals schon eine Herausforderung. Bruno Robitzki aus Ahrbrück, der als Vereinsgründer gilt, und der Lehrer Josef Hoss aus
Kesseling setzten auf die integrative Wirkung des Sports. Der ABK 54 Ahrbrück e.V. wurde am 08.08.1954, nur wenige Wochen nach dem „Wunder von Bern“ (04.07.54) bei dem Deutschland Fußballweltmeister
wurde, gegründet. Die Gründungsversammlung fand in der Gaststätte „Zum Denntal“ des Ehepaars Annemie und Karl Leuer statt. Das „Denntal“ blieb Vereinslokal bis zum Tod der verdienten Wirtin.
Nach der Gründung des Vereins begann die wirkliche Arbeit. Zunächst musste ein Fußballplatz her. Unbürokratisch stellte die Landsiedlungsbehörde das Gelände für einen Sportplatz zur
Verfügung. Bereits am 17.10.1954 konnte der Sportplatz eingeweiht werden. Die Spieler traten auf dem Feld, das zunächst nur eine gemähte Wiese war in Trikots an, die der SC07 Bad Neuenahr gestiftet
hatte. Schuhe hatte ein Schuster aus Kesseling gefertigt. Die Mannschaft trat schon am 12.09.54 zu einem Meisterschaftsspiel der Klasse B Eifel in Herschbroich bei Adenau an. In der Saison 1960/61
gelang der Aufstieg in die erste Kreisklasse. Aufgrund von Vereinswechseln und der Altersstruktur bald eine Verkleinerung des Spielerkaders hinnehmen.
1992 reichte es nicht mehr für das Aufstellen einer 2. Mannschaft, sodass die Senioren nur noch eine Mannschaft stellen konnten. In den folgenden Jahren verschärfte sich das Problem.
Eine Abmeldung des Spielbetriebs stand im Raum. Der SV Hönningen stand vor dem gleichen Problem. Die Vorstände beider Vereine begannen 1994 mit den Vorbereitungen zur Bildung einer Spielgemeinschaft,
die im Bereich der Jugend ja schon bestand. Die 1995 vereinbarte Spielgemeinschaft sicherte den Spielbetrieb und erreichte den 3. Platz der Kreisliga B. In der Saison 1996/67 stellte sich der
erhoffte Erfolg ein, als es der SG Hönningen-Ahrbrück gelang durch das Erringen der Meisterschaft in die Kreisliga A aufzusteigen. In der stark besetzten Liga A konnte sich die SG bis zur Saison 2000
auf dem zehnten Platz halten. Der 14. Platz in dieser Liga in der Saison 2001/01 bedeutete dann allerdings den Abstieg in die Liga B. Durch das Ausscheiden einiger starker Spieler war 2004 ein
weiterer Abstieg nach einer enttäuschenden Saison nicht zu vermeiden. Für die eigentlich erfolgreiche 2. Mannschaft bedeutete dies den Zwangsabstieg in die Liga D.
Das Interesse der Jugend am Fußballspiel hatte seit der Jahrtausendwende erfreulicherweise wieder zugenommen. Zu seinem 50-jährigen Jubiläum 2004 konnte der Verein neben einer ersten
und zweiten Seniorenmannschaft auch einen starken Jugendkader vorweisen. Die A-Jugend hatte gleich mehrere Spieler, die später zu den Senioren wechselten. Daneben ließen aber auch C11, C-7, D-7, E-7,
F-1 und eine F-2 Jugend sowie eine Bambini-Mannschaft hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Zu seinem 60-jährigen Bestehen konnte der Verein unter seinem Vorsitzenden Wilfried Schmitz noch eine Reihe
der Gründungsmitglieder im Vereinsheim auf dem Sportgelände begrüßen.
Im Spielbetrieb blieb die Situation im Wesentlichen über die nächsten Jahre unverändert. Leider sind Dokumentationen und Bildmaterial nur lückenhaft erhalten. Die Spielerfolge blieben
zunächst überschaubar. Unter dem Trainer Rüdiger Wolff gelang 2016 der Coup. Dem ABK 54, der nur mit eigenen Spielern antrat, gelang in der Relegation der Aufstieg in die B-Klasse. Man wechselte auf
Betreiben einiger Spieler den Trainer und stieg schon in der Folgesaison wieder in die C-Klasse ab. Daraufhin wechselten einige Spieler den Verein oder hörten mit dem aktiven Spiel auf. Durch eine
Spielgemeinschaft mit dem SV Kreuzberg konnten beide Vereine einen Kader bilden, der den Verbleib in der B sicherte. Die derzeitigen Probleme in der Trainingssituation haben die SG Ahrbrück-Kreuzberg
zu einer Absprache der Vorstände geführt, freiwillig in die C-Klasse abzusteigen.
Die Jugendspieler des Vereins spielen in der JSG Ahrtal. Diese besteht neben den Vereinen der SG Ahrtal zusätzlich aus dem Nachbarverein ABK Ahrbrück. In der aktuellen Saison hat die
JSG Ahrtal für die Altersklassen B, D, E, F und Bambini jeweils eigene Jugendmannschaften gemeldet. Jugendliche der Altersklasse A und C spielen mit einer Zweitspielerlaubnis bei einem Nachbarverein.
Somit ist sichergestellt, dass Jugendliche aus allen Altersklassen (von den Bambini bis zu den A-Junioren) in Hönningen und Umgebung ihrem Hobby nachgehen können.
Der Verein erweiterte ab Mitte der 1960-er Jahre seine sportlichen Aktivitäten. 1969 wurde eine Damenabteilung um die engagierte Lehrerin Maria Ulrich gegründet, die Gymnastik, später
Nordic Walking und Wanderungen anbot. Später übernahm Edith Schäfer die Leitung der Abteilung. Leider löste sich die Abteilung zum Ende 2020 auf, da sich keine Nachfolgerin für die langjährige
Abteilungsleiterin Edith Schäfer fand. 1991 wurde nach einer Vorführung bei der Rochus Kirmes eine Kendo-Abteilung gegründet, die diese Sportart seit 1992 als einzige im Kreis Ahrweiler anbietet.
Seit 2020 gibt es noch eine Badminton- und eine Laufabteilung im Verein.
Mit dem Jubiläum wollen wir einen Neustart versuchen. Dazu veranstaltete der Verein nach langer Pause wieder eine Wanderallye am 09.05.24. Obwohl die Veranstaltung in diesem Jahr in
einem kleineren Maßstab stattfinden musste, war sie gut besucht. Die Rochus-Kirmes mit Jubiläumsveranstaltung 16.–18.08.24 kann aufgrund des fehlenden Sportplatzes und des abgerissenen Sportlerheims
nicht auf dem Sportgelände stattfinden, sondern wird wie in der Vergangenheit auf dem großen Parkplatz der alten Denner Schule gefeiert. Mit der fünften historischen Wanderung im August und einem
Kartenturnier am 31.12.24 werden die diesjährigen Aktivitäten abgeschlossen.
Der Verein dankt allen Mitglieder, die den ABK 54 durch Höhen und Tiefen begleitet haben und die durch ihr persönliches teilweise jahrzehntelanges Engagement dazu beigetragen haben,
dass neben dem Spielbetrieb auch das Vereinsleben nicht zu kurz kam.
von Arno Furth